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Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 274 - Dienstag, 26. November 2002 -13
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Ein feuriger Sonntag mit Astor Piazzolla

Zwei Meister und Dozentendes Akkordeonspiels begeisterten in einer Matinee das Publikum im Q 26.

VON KLAUS WINTERBERG
Das Treppellhaus des alten Bayer-Verwaltungsgebäudes bot, wie schon so oft, den Rahmen für ein "Konzert Leverkusener Musiker". Diesmal gastierte das "Duo Universales", in dem sich Ludovit Stranianek und Andrej Jedig gefunden hatten. Es war ein Streifzug durch die Musik der Welt, den sie mit ausgesuchten Arrangements für ihre zwei Knopfgriff-Akkordeons unternahmen.
Alles Mögliche hatten sie im Gepäck, aber am Anfang und am Ende standen Werke von Astor Piazzolla. Vor zehn Jahren war der Schöpfer des Tango Nuevo in Buenos Aires gestorben. Und so fügte es sich, dass die Matinee zu einer Art Gedächtniskonzertwurde: In memoriam Astor Piazzolla. Sein "Coral" war dann auch das Richtige, um den Wanderer zwischen vielen musikaischen Welten vorzustellen: Klassik, neue Musik, Jazz und Folklore, garniert auf argentinischem Tango, ein faszinierendes Charakterstück, gefühlvoll vorgetragen.
Ein "Konzert" nach einer Bach-Vorlage, die wiederum einer Vivaldi-Vorlage folgte; war dann mehr als ein Kuriosum. In einem gut nachempfundenen Arrangement teilten sich die Künstler Stimmen und Stimmungen. Orchester- und Soloparts kamen mit unerhörter Präzision. Das "Gebet" von Leon Boelleman wiegte sich in sentimentaler Walzer-Innigkeit. Doch schon mit dem "Meccanico" von JÜfgen Ganzer brachen sich das feurige Temperament und die Fingerfertigkeit des Duos wieder ihre Bahn.
Der Rest des Vormittags gehörte Piazzollas Tangos Nuevos. Was für ein Rest! Fünf Tangos von ganz unterschiedlicher Struktur und Farbe, in der unverwechselbaren Tonsprache des argentinischen Zauberers. Kunstwerke der Melancholie, durchwoben von allgegenwärtigen Tangorhythmen - blendend gespielt.